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Geschichte, Entwicklung

Aufgrund der durch die Schuhe absichtlich bewirkten Instabilität des Gangs und des Stehens, richtet der Träger den Oberkörper reflektorisch auf, um den Schwerpunkt möglichst lotrecht über der Auftrittsstelle zu halten und das Gleichgewicht zu bewahren. Diese aufrechte Haltung des Oberkörpers, die kennzeichnend für eine gesunde Körperhaltung und unter anderem auch für den kenianischen Volksstamm der Masai charakteristisch ist, führte zu dem Wort "Masai" in der Namensgebung.

Das Wort Barfuß ist jedoch irreführend, weil diese Fußbekleidung das genaue Gegenteil des Barfußgehens bewirkt. Aufgrund des aus 26 Knochen bestehende Fußskelett mit seinen vielen Gelenkflächen und Muskeln vermag der Mensch durch eine propriozeptive Wahrnehmung des Untergrunds, feinste Unebenheiten allein mit den Füßen perfekt auszugleichen und somit auszubalancieren, ohne dass der restliche Körper hierfür benötigt wird. Die Masai sind hierfür ein gutes Beispiel, weil dieser Stamm sich barfuß fortbewegt. Das genaue Gegenteil bewirkt jedoch der weiche und konvexe Schuhboden der MBT-Schuhe: Die Propriozeption wird gestört, der sichere Stand verhindert.

„Propriozeption“, wie auch die Bedeutung des Wortes „physiologisch“, werden vom Hersteller in einer sehr eigenwilligen und den allgemeingültigen Erklärungen dieser beiden Begriffe sogar zuwider laufenden Definition, verstanden: „MBT ist die erste physiological Footwear - das heißt Footwear, die einen positiven Einfluss auf den gesamten Körper hat.“ heißt es auf der Website und „Propriozeption“ wird grob als allgemeine Wahrnehmung der gesamten Körperposition verstanden. Der Hersteller setzt also „physiologisch“ mit der Bedeutung des Wortes „gesund“ gleich. Somit wird ein den natürlichen Körpergegebenheiten zuwider laufender und mehr Energie benötigender Bewegungsablauf von MBT physiologisch genannt, obwohl er in Wirklichkeit das genaue Gegenteil, nämlich unphysiologisch ist.

Laufen in MBT-Schuhen wird aufgrund des durch den Schuh verursachten anderen Bewegungsablaufs (siehe oben) „Rolltraben“ genannt.

Der Erfinder des Systems, der Schweizer Ingenieur Karl Müller, hatte Rückenprobleme, die er bei einem mehrjährigen Asienaufenthalt durch regelmäßiges Spazierengehen auf den extrem weichen Böden der Reisfelder verbessern konnte. Dadurch angeregt, entwickelte er für sich selbst einen Schuh, der harte, ebene Böden zu weichen, „unebenen“ Böden machte. Dieser Prototyp führte 1996 zur kommerziellen Vermarktung.

Die erste Schuhgeneration hatte noch keinen Absatz (vgl. Abbildung), wodurch der Träger zu einem Zehengängergang gezwungen wurde. Im Jahr 2000 folgte die zweite Generation, die die „Lücke“ unter der Ferse mit einem abgerundeten offenporigen Schaumstoffkeil füllte. Dadurch hatte der Schuh nicht mehr ein ganz so exotisches Aussehen. 2004 kam schließlich die dritte Generation, bei der die Dicke der Sohle merklich reduziert wurde. Wirkten die vorausgehenden Generationen ausgesprochen klobig und waren dadurch auffällig, trifft dies auf diese Generation nicht mehr in diesem Maß zu. Einige Modelle der neuesten, vierten Generation weisen einen anders gestalteten Absatz-/Fersenbereich auf: war zuvor eine Ähnlichkeit mit einem Rollabsatz zu verzeichnen, ähneln diese neuen Modelle eher einem Flügelabsatz, wobei die Unterstützung (der „Flügel“) im äußeren (lateralen) Sohlenbereich platziert ist.

Im Juni 2004 verkaufte Müller die Mehrheit seiner Marketing- und Vertriebsfirma an eine Investorengruppe um den ehemaligen österreichischen Skirennfahrer Klaus Heidegger, der die Firmengruppe inzwischen in der Masai Group International zusammengefasst hat. Müller hielt bis September 2006 noch etwa 80 Prozent des Unternehmens, welches etwa 200 Personen beschäftigt, davon 50 Mitarbeiter am Hauptsitz im Thurgauischen Roggwil. Die Anteilsmehrheit an MBT hatten bis September 2007 die Gesellschafter Klaus Heidegger, Norbert Kraihamer (MBT-CEO; leitete zuvor 11 Jahre die internationale Expansion von Red Bull) und Hermann Oberschneider (ein Sport- und Tourismusunternehmer aus Österreich). Die Bostoner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Partners LLC meldete Anfang Juli 2007, dass sie Kapital in die Masai Group International investiert hat (laut MBT-Sprecher Thomas Haunsperger hält Berkshire etwa 20% an der Gesellschaft). Zu Quartal IV/2007 kam der Österreicher Hermann Oberschneider als Gesellschafter und Geschäftsführer in das Unternehmen.

Lag der Fokus von Müller auf dem gesundheitlichen Aspekt der Schuhe, will der in den USA lebende Heidegger laut einem Bericht von Facts Online (siehe Weblink) die Marke zu einem Lifestyle-Produkt machen — eine Darstellung, die Firmenvertreter als „Missverständnis“ bezeichnen. Allerdings hat er angekündigt, MBT bis zum Jahr 2011 zu einem der zehn größten Schuhhersteller der Welt zu machen. Der Markenaufbau als Premiumprodukt soll sich laut Heidegger in den nächsten Jahren auf die Schweiz, Deutschland, England, Österreich und die USA konzentrieren, wo 85 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden. Die übrigen 15 Länder, in denen MBT bereits verkauft wird, sollen den status quo halten; weitere Expansion soll vorerst nicht stattfinden. Seit der Gründung 1998 wurden bis Mitte 2007 weltweit etwa 4,5 Millionen Paar Schuhe verkauft.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Masai Barefoot Technology aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.